TIPPS & TRICKS I

ZUR AUSWAHL EINES HOCHZEITSFOTOGRAFEN

 

Meine Motivation hier etwas über die Auswahl eines Hochzeitsfotografen zu schreiben kommt daher, dass ich es sehr gut verstehen kann, wenn man aus Sicht eines Laien, welcher sich zum ersten Mal mit der Auswahl eines Fotografen beschäftigt nicht immer leicht ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

So möchte ich hier keine Checkliste erstellen, sondern auf Punkte aufmerksam machen, welche aus meiner Sicht für die Wahl eines guten Hochzeitsfotografen wichtig sind.

Arten von Hochzeitsfotografen

Grundsätzlich gibt es aktuell zwei Arten von Hochzeitsfotografen

 

A Moderne Hochzeitsfotografen erstellen eine Hochzeitsreportage. Der Trend dazu kommt wie in vielen Bereichen aus den USA. Der Stil ist journalistisch und ungestellt. Sprich er begleitet den gesamten Hochzeitstag vom Styling der Braut dem Ankleiden über die Trauungszeremonie, dem Anschneiden der Torte und dem Brauttanz. Der Hochzeitsfotograf begleitet dabei das Paar und dessen Gäste über den gesamten Tag diskret und unauffällig ohne das Paar zu stören

B klassische Hochzeitsfotografen

Fotografen welche sich dazu entschlossen haben klassisch bzw. althergebracht eine Hochzeit zu fotografieren sind in der Regel noch Fotografen des alten Schlages, welche sich mit den aktuellen Wünschen der Brautpaare nicht arrangieren wollen. Die Bilder sind meist repräsentativ nach einem Romantik Muster erstellt. Der Fotograf hat nur einen kurzen zeitlichen Rahmen zur Verfügung und die Bilder werden dadurch meist wenig authentisch, da der Fotograf in der Regel zu wenig Zeit hat um sich auf das Brautpaar sowie die Location und die Gäste einzustellen. Er fährt seine Standardroutine und verschwindet wieder.

Die Begrifflichkeit moderne bzw. klassische Hochzeitsfotografie bezieht sich aber nicht auf dem Stil der Hochzeit. Sie ist unabhängig von der Hochzeit.

Ich selbst wie wäre es anders zu erwarten zähle mich zu den modernen Hochzeitsfotografen, da ich auf diese Weise frei im Schaffen bin und nicht an Vorgaben bzw. Klischees gebunden bin. Dadurch ist es mir möglich authentische und lebendige Fotografie mit meiner eigenen Handschrift zu erstellen.

Die klassische Hochzeitsfotografie funktioniert aus meiner Sicht nicht bei einer Boho Style Hochzeit, genauso wenig wie bei einer Vintage Retro Style Hochzeit.

 Preise Hochzeitsfotografen in München

Moderne Hochzeitsfotografie ist natürlich höher. Dies kommt zustande, da für diese Kategorie der Fotografie ein höheres Fachwissen, eine bessere Ausrüstung und ganz entscheiden ein sehr viel höherer zeitlicher Aufwand nötig ist. Dies spiegelt sich ich den Preisen wieder.

Die Dauer der Bearbeitung von 8 – 12 Stunden bedarf einer sehr hohen zeitlichen Nachbearbeitung, da ein Brautpaar mindestens 500 Bilder erhält. Selbstverständlich werden weit über 3000 Bilder geschossen was einen hohen Verschleiß des Equipments verursacht und auch zu einem zeitlich sehr hohen Aufwand an Vorauswahl bedeutet. Bei der Vorauswahl werden die Bilder mit geschlossenen Augen, Grimassen, verzogenen Mundwinkeln oder ungünstigen Posen vorab aussortiert. Hierfür kann man schon mal gerne 6 Stunden Zeit verbringen. Wenn dies erledigt ist, dann geht es in die Nachbearbeitung. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist vieles möglich. Da aber die moderne Hochzeitsfotografie aus einem Reportagestil besteht ist es wichtig schnell zu reagieren, auch wenn die Lichtsituation nicht perfekt ist. Dies wird dann aufwändig mit Hilfe von Lightroom, Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen aufwändig korrigiert. Hier hat man Einstellungen wie Weissabgleiche, Sättigung, Tonwert, Tiefen, Lichter etc. auszugleichen, damit es zu schönen harmonischen Bildern kommt. Dann möchte natürlich auch jeder Fotograf seinen eigenen Bild Stil mit Hilfe von Farbstimmungen geben. Dieser ist jeder Hochzeit individuell zu geben und kann niemals auf alle gleich angewendet werden.  Um jetzt nicht zu tief fachsimpeln beende ich das hier. Aber ihr habt schon mal einen Eindruck bekommen, dass für 8-12 Stunden fotografieren schnell mal zusätzliche drei Tage Bildbearbeitung hinzukommen wodurch sich der Preis relativiert.

 Zur Konstitution eines modernen Hochzeitsfotografen

 Ein Großteil der Hochzeiten finden im Sommer statt.  Die Temperaturen sind meist höher und der Fotograf hat mit seinem Equipment viel Strecke oft über 10 Stunden zurückzulegen.  Daher sollte dieser den Eindruck erwecken, dass es für ihn körperlich möglich ist über den gesamten Zeitraum körperlich und geistig präsent zu bleiben.

 Zum Equipment

Welcher Hersteller vom Fotografen verwendet wird ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist vielmehr, dass der Hochzeitsfotograf über hochwertiges, lichtstarkes Equipment verfügt, welches ihm ermöglicht so lange wie möglich auf den Einsatz des Blitzes zu verzichten. Klar – in der Nacht wird es ohne nicht gehen, aber gerade in der Dämmerung kann eine gute Kamera und ein lichtstarkes Objektiv noch viel länger emotionale und authentische Bilder erstellen.

Auch wichtig  ist, dass der Fotograf sein Equipment doppelt vor Ort mit dabei hat. Gerade Anfänger machen den Fehler, dass Sie nur eine Kamera und einen Blitz mit dabei haben. Wenn die mal runterfällt oder die Elektronik spinnt, dann war es das mit den Hochzeitsbildern.

Aus diesem Fall arbeite ich auch immer mit Kameras, welche die Möglichkeit haben, dass man auf zwei verschiedene Speichermedien gleichzeitig die Bilddateien aufzeichnet. Nicht dass sich im Nachhinein herausstellt, dass eine Karte defekt war.

Im Vorgespräch könnt ihr klären um was für einen Typ Menschen es sich bei dem Hochzeitsfotografen handelt und ob er zu euch passt.

Da euch der Hochzeitsfotograf in der Regel über einen Zeitraum von 8 – 12 Stunden begleitet sollte die Chemie zwischen euch  passen. Ihr solltet euch wohlfühlen in seiner Gesellschaft, da es an diesem Tag niemanden gibt, mit welchem ihr mehr Zeit verbringen werdet.

Der Hochzeitsfotograf sollte möglichst unbemerkt im Hintergrund agieren um authentische und ungestellte Bilder zu fotografieren.

Nur eine Person, welche sich selbst nicht zu wichtig nimmt und es versteht, im Hintergrund zu bleiben um im richtigen Moment präsent zu sein wird diese Aufgabe meistern.

Auch ist es wichtig, dass der Fotograf vom Kleidungsstil sich anpassen kann. So wird er sich nie unauffällig unter eine Hochzeitsgesellschaft mischen können, wenn alle in Tracht kommen und er in Jeans erscheint.

Das gleiche wie für die Kleidung gilt meiner Meinung nach beim Intellekt. Wenn Ihr unter den Gästen Vorstände von Unternehmen habt, dann wird ein zu junger Fotograf in der Regel von den Gästen nicht für voll genommen was in den Bildern sichtbar sein wird.

Das wichtigste ist, dass ihr immer das Gefühl habt, dass ihr im Mittelpunkt steht. Denn es ist euer Fest und ihr seid der Mittelpunkt.

Ablauf einer Hochzeitsreportage

 Vorbereitung  / Getting ‚Ready

Der Tag beginnt für den Hochzeitsfotografen meist gemeinsam mit euch bei der Vorbereitung „getting ready“ von Braut und Bräutigam. Dabei benötige ich für die schönen Bilder vom Bräutigam weniger Zeit als für die Vorbereitung der Braut. Hier ist darauf zu achten, dass beide örtlich nicht zu weit voneinander entfernt sind. Ansonsten ist es besser sich ausschließlich auf die Braut zu konzentrieren.

Bei der Braut kann man schöne Aufnahmen bei Haar und Makeup machen. Beim Anziehen des Kleides wenn der Reißverschluss geschlossen wird, die Schleife gebunden oder beim Anziehen  der Brautschuhe gemeinsam mit den Helferinnen. Wenn die beste Freundin hilft die Kette anzulegen und der Brautstrauß geliefert wird, dann steigt die Anspannung und die Vorfreude ins unermessliche, was in keiner Hochzeitsreportage fehlen sollte. Sofern nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht, so ist für mich ist dieser Teil der Hochzeitsreportage wichtiger als bis zum Schluss bei der Feier anwesend zu sein.

 Trauung

 Nach der Vorbereitung geht es schon direkt zur Trauung über. Egal ob in einer Kirche, dem Standesamt oder an einer Traulocation bei einer Freien Trauung sollte immer vorab vom Brautpaar geklärt werden, ob der Standesbeamte, der Freie Redner oder Pfarrer damit einverstanden ist, dass fotografiert wird. Standesbeamte bzw. freie Redner sehen sich in der Regel als Dienstleister, wodurch es hier keinerlei Probleme geben sollte. Anders ist es bei einem Pfarrer, wo man sich in sein „Haus“ begibt. Hier sollte vorab geklärt werden, wo man sich als Fotograf überall bewegen darf. Hier suche ich sofern es die Zeit ermöglicht immer noch persönlich mit ihm in Kontakt zu treten, um ihm und seiner Kirche den nötigen Respekt gegenüber zu erweisen.

Oft hat das Brautpaar ein paar übereifrige Hobbyfotografen oder der Schwiegervater filmt für sein Leben gerne. Hier empfehle ich speziell in einer Kirche diese vorab zu informieren, dass es besser wäre dies dem professionellen Hochzeitsfotografen zu überlassen, da ansonsten zu viel Unruhe in die Zeremonie kommt bzw. dem gebuchten Fotografen diese ins Bild laufen und dadurch das Bild versaut wird. Es ist also in eurem eigenen Interesse.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt für die Paarbilder / Paarshooting?

 Das Ja Wort wurde gegeben, die Ringe getauscht und die ersten Freudentränen sind geflossen. Die Gäste haben gratuliert und das Brautpaar wurde von jedem einmal gedrückt und beglückwünscht. Dann Folgt in der Regel der Sektempfang.

Jetzt ist in der Regel der perfekte Zeitpunkt für den Hochzeitsfotografen um mit dem Hochzeitspaar die Paarbilder zu machen.

Als Zeitrahmen empfehle ich ca. eine Stunde oder länger. Kürzer rate ich auf jeden Fall davon ab. Die Folge wäre, dass das ihr unentspannt seid. Und je entspannter ihr seid, desto bessere Paarbilder werdet ihr bekommen. Auch solltet ihr daran denken, dass  wenn man noch an eine schöne Location fahren muss, die Zeit vorab mit einzuplanen ist. Hier bin ich schon des Öfteren bevor der Tag gemeinsam mit dem Brautpaar beginnt unterwegs um zu sehen, welche Wiese gerade schön blüht, nicht dass der Bauer am Tag zuvor diese zufällig gemäht hat.

Gleichzeitig ist nach dem Sektempfang für euch ein perfekter Moment um das bisher erlebte nochmal zu durchleben und dann auch kurz mal allein zu sein.

Als Helfer bitte ich immer das Brautpaar einen guten Freund oder Freundin mitzunehmen welcher sich gut im Hintergrund halten kann um das Jäckchen der Braut oder den Brautstrauss abzunehmen. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt um einem Hobbyfotografen die Kamera zu erklären und sich auszutauschen, warum man welche Einstellung mit der Kamera gemacht hat. Es geht ausschließlich um euch und so etwas würde von euch ablenken.

Zur Tageszeit sollte noch hinzugefügt werden, dass es zwischen zwölf und zwei Uhr das unvorteilhafteste Licht hat um im freien zu fotografieren, da die Sonne dann sehr steil steht und das Licht sehr hart ist. Daher ist es immer von Vorteil einen anderen Zeitpunkt zu wählen.

Gruppen und Familienbilder macht man aus Erfahrung am besten gleich im Anschluss wenn man vom Paarshooting zurückkommt. Hier ist es sehr beliebt und eine schöne Erinnerung diese getrennt mit Familie, den Trauzeugen sowie den Freundinnen der Braut und den Freunden des Bräutigams zu machen.

Torte, Tanz, Party und Ende

 Wann ist es der richtige Zeitpunkt, ein Ende für den Fotografen zu finden.

Als letzter Abschnitt eures Tages kommen nun häufig die Reden, Spiele, Aufführungen oder ein kleines Video. Beim Tortenanschnitt sind auch häufig schöne Bilder zu machen, wenn es darum geht wer von euch beiden die Hand oben hat. Der Hochzeitstanz wird auch von allen eifrig fotografiert. Oft gelingen hier den Freunden durch Zufall ein paar gute Bilder. Doch nur ein erfahrener Hochzeitsfotograf, der sein Equipment genau kennt kann hier sicher in den meist sehr schwierigen Lichtsituationen wirklich schöne Bilder machen. Wenn ich dann noch ca. eine halbe Stunde die Party einfange, reicht es in der Regel um die Hochzeitsreportage zu beenden. Selbstverständlich kann das dann bei Bedarf in Absprache mit euch verlängert werden, sofern noch ein Punkt auf der Agenda aussteht, welcher nach hinten verschoben wurde.

Besonderheiten in Bayern, Österreich und der Schweiz

Als Hochzeitsfotograf aus München ist mir Bayern, Österreich und die Schweiz von der Art der Menschen  bestens vertraut. Sympathie kommt oft durch Dialekt zustande und dass man mit den anderen Dienstleistern vor Ort gut umgehen kann. Es fällt mir leicht schnell zwischen Hochdeutsch, der bayerischen Sprache  und der österreichischen Tonalität zu wechseln.

Zusammenfassung – Fazit

Auswahlprozess / Preisgestaltung

 

Vorschlag

Zu allererst empfehle ich die Auswahl zwischen einem klassischen oder modernen Hochzeitsfotografen.

Dann sucht nach einer Auswahl  von Fotografen, die eurem Stil entsprechen. Jeder Fotograf hat seinen eigenen Stil. Es bringt nichts dem Fotografen zu sagen, dass ihr da einen Fotografen gefunden habt, dessen Stil ihr haben möchtet und er diesen anwenden soll. Ist in etwa das gleiche als wenn man zu einem Mercedes Händler geht und sagt, dass man gerne einen Audi hätte. Das funktioniert leider nicht.

Dann mailt an die Fotografen mit dem Termin und seht ob der Preis mit eurem Budget übereinstimmt.

Hier werdet ihr sehen, dass sich die Preise stark unterscheiden. Die Preise von Anfängern sind meist niedrig um überhaupt Fuß zu fassen. Selbst bei etablierten Fotografen gibt es starke Unterschiede.  Ich selbst bewege mich preislich im Mittelfeld und verzichte lieber auf hohe Investitionskosten für Messen sowie weitestgehend auf die zeitfressenden Social Media Aktivitäten. Diese Kosten müssen auf die Preise umgelegt werden und führen zu höheren Preisen.

Wenn der Vorauswahlprozess über Stil, Preis und Verfügbarkeit erledigt ist, dann empfehle ich euch ein Vorgespräch. Hier sind in der Regel drei mehr als ausreichend. Die Auswahl sollte hier über Sympathie und Kompetenz erfolgen.

Ich hoffe, euch bei der Auswahl eures Hochzeitsfotografen ein wenig geholfen zu haben. Leicht ist es nicht aber nun habt ihr ein gutes Grundwissen